Donnerstag 23. November 2017

Jesuiten-Flüchtlingsdienst

Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) ist eine katholische Organisation, die in über 50 Ländern tätig ist. Ihr Auftrag ist, Flüchtlinge zu begleiten, sie zu unterstützen und für sie einzutreten. In Europa arbeitet der JRS in zwölf EU-Staaten sowie in Mazedonien, Kosovo und der Ukraine. www.jrseurope.org

TÄTIGKEIT

 

Alternative zur Abschiebungshaft für Familien

 


Seit 2007 bringt Belgien Migrantenfamilien ohne Aufenthaltsstatus und asylsuchende Familien in Gemeinschaftseinrichtungen anstelle von Haftzentren unter. Jeder Familie wird ein Sozialarbeiter zugeteilt, der für eine umfassende Unterstützung sorgt. JRS Belgien trifft sich monatlich mit den Familien, bespricht mit ihnen ihre Fälle, bringt sie mit Anwälten und Ärzten in Kontakt und tritt für sie gegenüber den staatlichen Stellen ein. Gemeinsam mit andern belgischen NGOs hat JRS diese Alternative zur Abschiebungshaft evaluiert und festgestellt, dass sie für Familien wesentlich besser ist als Haft. Hier haben Familien mehr Privatsphäre und Unterstützung, und Kinder können die lokalen Schulen besuchen.

POLITIKVORSCHLAG

 

Alternativen zur Abschiebungshaft verstärkt nutzen

 

Hauptadressaten:
Europäische Kommission, Europäisches Parlament, Rat der EU


Die Inhaftierung von Migranten kostet Staaten ungefähr 190 Euro  pro Person und Hafttag. Sie gefährdet darüber hinaus die Gesundheit der Migranten. Deshalb fordert JRS Europa die EU auf, die Beachtung der rechtlichen Vermutung gegen die Abschiebungshaft als verankert in den einschlägigen Rechtsvorschriften (u.a. die Rückführungsrichtlinie oder die Dublin III Verordnung) und die verstärkte Nutzung von Alternativen zur Abschiebungshaft durch die Mitgliedstaaten sicherzustellen.

 

The views expressed in this contribution are those of JRS. Read the full disclaimer.


http://theeuropeexperience.eu/